
Zoetermeer/Essen – Wie wichtig die Niederlande für unsere Versorgung mit hochwertigem Gemüse sind, zeigen die neuen Exportdaten. Die zweitgrößte Agrarnation der Welt nach den USA ist Kompetenzgeber und Wissensnation, was fortschrittliche Methoden und erfolgreiche Innovationen betrifft. Nicht nur in der Entwicklung von immer neuen, besonders schmackhaften Fruchtgemüsesorten, sondern auch im biologischen Pflanzenschutz ist Holland Pionier.
Die aktuellen Zahlen belegen: Die holländischen Gärtner, seit Jahrhunderten Experten im natürlichen Anbau, sind einer der wichtigsten Exporteure für Paprika, Auberginen, Tomaten und Gurken nach Deutschland. 128 Millionen Kilogramm Paprika bei einer Gesamternte von 370 Millionen Kilogramm beispielsweise wurden letztes Jahr zu uns gebracht. Auch mit reichlich Gurken, nämlich etwa 200 Millionen Kilogramm in 2009 füllen unsere Nachbarn deutsche Gemüsetheken – und das ist gut so, denn wir verzehren durchschnittlich etwa sieben Kilogramm pro Haushalt. Und Tomaten aus Holland scheinen uns immer mehr zu schmecken: 2009 haben 329 Millionen Kilogramm davon in deutschen Supermärkten die Theken geschmückt, während es 2008 noch 309 Millionen Kilogramm waren. Und nicht zuletzt haben wir 14 Millionen Kilogramm Auberginen importiert, das sind immerhin
30 Prozent der gesamten niederländischen Ernte.
Nachhaltig und natürlich
Dass Deutschland das feine holländische Gemüse zunehmend nachfragt, liegt auch an den Grundprinzipien des dortigen Anbaus – echte Vorteile für den Verbraucher: Über Jahrzehnte haben die Gärtner ihre Methoden optimiert und sind in der Lage, gesundheitlich unbedenkliches Fruchtgemüse zu produzieren. In Zeiten von Lebensmittelkrisen & Co. beruhigend zu wissen, dass im holländischen Gewächshausanbau Pflanzenschutz ohne künstliche Zusatzstoffe funktioniert. Gibt es Schädlingsbefall, können die Gärtner auf die passenden Nützlinge zurückgreifen. Die natürlichen Helfer werden von spezialisierten Unternehmen gezüchtet. Inzwischen versorgen die holländischen Vorreiter auch andere Gemüse anbauende Nationen mit Nützlingen für biologischen Pflanzenschutz.
Sortenvielfalt und Geschmack
Als internationales Wissenszentrum des Gartenbaus bündelt der holländische Gemüsesektor seine Kompetenz in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten. Gärtner kooperieren bei der Neuentwicklung von Sorten mit holländischen Saatgutunternehmen, die ihre Expertise inzwischen weltweit vertreiben. Professionelle Geschmacksexperten von der renommierten Universität Wageningen unterstützen dabei die Ausrichtung auf Geschmack und Aroma. So hat die Branche in den vergangenen Jahren zahlreiche schmackhafte Neuentwicklungen hervorgebracht. Über 50 Tomatensorten gibt es beispielsweise in Holland. Jede ist für eine andere Art der Zubereitung und des Verzehrs gedacht. Einige kleinere Sorten sind pur zu genießen oder für den Salat geeignet, andere gut für Saucen und warme Gerichte nach von Größe, Aroma und Konsistenz.
Mehr Vorteile mit holländischem Gemüse
Insgesamt sieben Grundprinzipien verfolgt der Unterglasanbau in Holland: Lebensmittelsicherheit, Sachkenntnis, Frische, Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und Geschmack sind die Kriterien, nach denen die Gemüsegärtner unseres Nachbarlandes ihre Qualitätsprodukte erzeugen. Der Verbraucher kann sich darauf verlassen, dass er mit holländischem Fruchtgemüse auch gleichzeitig echte Vorteile einkauft. Erkennbar sind die Produkte am Herkunftsnachweis „NL" und in Kürze am neuen orangen Vertrauenslabel „Obst & Gemüse.nl".
Die 7 Vorteile auf einem Blick
1. Lebensmittelsicherheit
Niederländische Gärtner arbeiten gemäß den Qualitätssicherungs-Systemen GlobalGAP und QS, mit denen die Lebensmittelsicherheit gewährleistet wird. Innerhalb von 4 Stunden lässt sich der Ursprung eines Produktes nachvollziehen (Gärtner, Erntetag, Parzelle und Anbauprozess). Darüber hinaus werden keinerlei Pestizide eingesetzt. Die Gärtner setzen ausschließlich auf biologischen Pflanzenschutz und Nützlinge gegen Schädlinge. Die Bestäubung der Blüten übernehmen Hummeln.
2. Sachkenntnis
Den Gemüseanbau in den Niederlanden gibt es bereits seit über 400 Jahren, deshalb gelten die Niederlande als Wissenszentrum auf diesem Gebiet. Dieser Erfahrungsschatz wird von Generation zu Generation weitergegeben.
3. Frische
Das zum richtigen Zeitpunkt geerntete Produkt wird mit Hilfe eines effizienten Logistiksystems und unter den besten Transport- und Lagerbedingungen schnellstmöglich in den Handel gebracht. Dadurch bleibt eine maximale Frische erhalten.
4. Natürlichkeit
Alle Fruchtgemüsesorten werden in den Niederlanden in Gewächshäusern gezüchtet, in denen der Züchter das Klima nachstellt, in dem die ursprünglich (sub-) tropischen Früchte hervorragend wachsen. Daneben verwendet der Züchter sauberes Wasser, ausgewählte Pflanzennährstoffe und biologische Pflanzenschutzmittel, damit die Gewächse in einem idealen Biotop gesund wachsen und Früchte tragen können.
5. Nachhaltigkeit
Bei einem Gewächshaus handelt es sich um ein geschlossenes System, in dem Licht, Wasser und Pflanzennährstoffe optimal wiederverwendet werden und ein hoher Nutzungsertrag hinsichtlich des Energieverbrauchs realisiert wird. Viele Züchter speisen zusätzlich Elektrizität in das Stromnetz.
6. Verfügbarkeit
Die Niederlande haben eine starke Gruppenbildung von Unternehmen und ein effizientes Logistiksystem. Diese intensive Zusammenarbeit sorgt für zuverlässige Lieferung an den Einzelhändler und ständige Verfügbarkeit für den Verbraucher.
7. Geschmack
Der Geschmack des Produkts wird durch die Wahl der Sorte, die maximale Nutzung des Sonnenlichts, beste Pflanzennährstoffe und die Reife bei der Ernte beeinflusst. Der Geschmack von Produkten wird anhand von unabhängigen Geschmackstestern untersucht. Diese sorgen dafür, dass der Geschmacksprozess eingehalten wird und dass der Geschmack des Produkts auf die Wünsche des Verbrauchers abgestimmt wird.